Es schütze uns des Kaisers Hand vor Großberlin und Zweckverband

So soll es der damalige Spandauer Stadtrat Emil Müller bei der Grundsteinlegung des Spandauer Rathauses am 3. April 1911 gesagt haben.  Der massive Bau entstand in nur drei (!!!) Jahren (man vergleiche mit Bauten in Berlin heute) und symbolisierte das Selbstbewusstsein der Bürgerschaft einer eigenständigen Stadt, die wirtschaftlich stark und älter als Berlin war/ist.

In vielen Bezirken, Orten, Gemarkungen regte sich damals erheblicher Widerstand gegen den befürchteten Moloch Groß-Berlin. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht und in unseren Tagen haben 1996 die Brandenburger mit ihrem Nein zur Länderfusion Berlin-Brandenburg diese Ängste wieder dokumentiert. Klar: Viele Aspekte sprechen bis heute für die große Verwaltungseinheit. Der Abstimmungsaufwand zwischen zahllosen Einzelkommunen wäre gewaltig. Andererseits fordern gerade in jüngerer Zeit nicht wenige Stadtbezirke wieder mehr Kompetenzen und ein „politisches“ Bezirksamt, dass nicht nur Zählgemeinschaften in der BVV, sondern echte Koalitionen zulässt.

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